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Leichtathletik TSVE 1890 Bielefeld
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Ein Bericht von Robert Rohregger

 

Der TSVE 1890 Bielefeld hat nur zwei Marathonis im Starterfeld … und beide werden unangefochten Erster! Jan Kerkmann ist als Erster im Ziel, ich als Erster in der Notaufnahme des Krankenhauses.

Die gesamten Ergebnisse findet ihr hier:

http://results.teamsoft-sportzeit.com/results/ex/bad_pyrmont_2018/1

Beim Halbmarathon kann Tim Kerkmann voll überzeugen und rennt auf einen großartigen 4. Gesamtplatz.

Hier ist die Geschichte zum Marathon, sucht euch bitte raus, was ihr davon verwenden könnt:

Weil ich Jan zwar alles Gute und den Sieg wünsche, aber vermutlich nahezu doppelt so lange durch die bergigen Wälder des Weserberglandes rund um Bad Pyrmont rennen werde, mache ich von Beginn an mit Jens Ulbrich vom VfL Bückeburg gemeinsame Sache.

Später werden auch noch Tim Kerkmann (TSVE Bielefeld), Detlef Kley (Teuto Run & Fun) und Dietmar Herrmann (VfL Bückeburg) beim Halbmarathon ins Geschehen eingreifen. Beide treffe ich vor dem Start und wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg.

Vom Start weg pest Jan in Begleitung des anderen favorisierten Jan dem Feld aus insgesamt 133 Marathonis davon. Die einzige offene Frage, bevor ich Jan Kerkmann im Ziel hoffentlich wiedersehe, ist nur, welcher an hier gewinnen wird. Ich drücke natürlich meinem TSVE-Kameraden die Daumen, dass er jetzt, wo er gerade in den letzten Stunden seine Dissertation beendet hat, entsprechend locker zum Sieg rennen kann.

Ich beginne locker, laufe bergauf einen 6er-Schnitt und flach einen 5er. Das geht anscheinend ohne Kraftanstrengung und ich kann mir Reserven für den weiteren Rennverlauf aufheben. Heute soll ja für mich der Spaß im Vordergrund stehen.

Na klar, ich könnte schon ein bisschen schneller laufen, doch erstens macht es riesigen Spaß zu sehen, wie Jens durch das Umsetzen meiner Tipps immer besser wird, zweitens können wir uns fast die ganze Zeit sehr angeregt unterhalten und gönnen uns nur dann Quasselunterbrechungen, wenn sich mein Magen mal wieder rumpelnd ins Gespräch drängt und mahnend darauf besteht, kurzfristig die Klappe zu halten.

Zwischendurch beginnt es sogar etwas zu regnen. Für uns Läufer macht das keinen großen Unterschied, denn aufgrund der schwülheißen Witterung sind wir sowieso alle klatschnass. Na schön, vielleicht ist das Regenwasser weniger salzig als der Schweiß auf der Haut …

Die coachende Begleitung von Jens macht auch mir viel Spaß. Klar, das kostet etwas Laufzeit, aber darauf soll es heute ja bestenfalls in zweiter Linie ankommen. Fürs Siegen hat der TSVE schließlich noch Jan im Starterfeld!

Nachdem wir gemeinsam die erste Hälfte in etwas über 2.04 Stunden absolvieren, kann es Jens nicht mehr mit ansehen, wie ich für ihn mein Tempo reduziere. Der Bückeburger schickt mich dankend weg und lässt mich meine eigenen Ziele verfolgen. Das war eigentlich gar nicht mein Plan, aber ich fühle mich gut und – abgesehen vom Magen – auch kräftig genug, noch einmal etwas zu beschleunigen. Jetzt will ich versuchen, die zweite in 1.55 Stunden zu rennen, um die 4-Stunden-Grenze zu knacken.

Die Beine sind gut, Kraft habe ich auch genug – verblüffend! –, aber bei dem Wetter kannst du nicht ohne viel zu trinken rennen, so viele Berge hoch schon gar nicht. Mein Magen macht also immer mehr einen auf Oberquerulanten und ab Kilometer 27 beginnt mein ganz persönlicher Duathlon aus Kotzen und Laufen. Immer wieder und mehr als oft genug lasse ich mir alles erneut durch den Kopf gehen, bis ich dann irgendwann völlig leer bin. Trotzdem liege ich zeitmäßig noch auf Kurs. Das gibt’s doch gar nicht! Na ja, die letzte Waldrandpause ist dann aber doch einfach zu viel. Ich schleppe mich leider einige Sekunden zu spät über die Ziellinie, habe aber nicht einmal mehr genug Kraft, mich darüber zu ärgern.

Unglaublich, aber selbst mit diesen grottig ins Ziel getorkelten 4.00.42 Stunden kann ich noch einen 37. Rang belegen und rette locker eineinhalb Stunden vor den letzten Finishern ins Ziel. Na toll, immerhin habe ich damit weniger Rückstand auf den strahlenden Sieger als Vorsprung vorm weniger strahlenden Schlusslicht.

Als ich mich völlig ausgepumpt zur Erholung auf die Wiese lege, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Stimmt, das Ende war zwar als schlechtes absolut vorhersehbar, weil ich beim Laufen meistens keine Nahrungsaufnahme vertrage, aber dass es so übel endet, ist dann doch irgendwie unerwartet blöd.

Im Sani-Zelt werden erst meine Werte gemessen (Puls, Blutdruck, Blutzucker, mehrere EKG, Blasenbildung im Blut) - alles super. Dann wird beschlossen, mich in die Notaufnahme vom Krankenhaus zu karren, um mir ein paar Infusionen zu verschaffen.

Im Krankenhaus wird nebenbei das meiste noch einmal gemessen, weil sich niemand vorstellen kann, wie ein derart gesunder Kerl so stark abbauen kann.

Kurz vor 20 Uhr darf ich dann wieder gehen - mit erstmaligen Erfahrungen, auf die ich ohne Weiteres hätte verzichten können. Mist-Abend!

Herzliche Grüße

Robert

Freitagabend
 
 
 
Über 2,5 Kilometer dominierten Tim Kerkmann in 7:40 Min und Christoph Schlüter in 7:58 Min.
 
 
 
Über 6 Kilometer lies Tobias Oberwittler nichts anbrennen und gewann in 20:34 Min
Thomas Dunkel folgte ihm auf Platz 2 in 21:23 Min
 
 
 
Den
Petros.
 
 
 
Er hatte bei seinen 32:15 Min über 1,5 Minuten Vorsprung.
 
 
 
Ob
ermitteln.
 
 
 
Erwähnenswert
Grundmann, Wolfgang Diekotto und Manfred Dümmer
 
 
 
Unzählige Topplatzierungen ergänzten den gelungenen Abend.
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